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GbR als Komplementärin einer KG

Das LG Berlin hat entschieden, dass angesichts der neuen BGH-Rechtssprechung zur Rechtsfähigkeit der GbR diese nunmehr auch Komplementärin einer KG sein kann.

Die Gesellschaft müsste dann folgerichtig als GbR & Co KG firmieren. Die Kommanditisten können dann wohl auch zugleich Gesellschafter der Komplementär-GbR sein.
Die Komplementärin haftet bekanntlich unbeschränkt für Verbindlichkeiten der KG. Regelmäßig wird daher eine GmbH als Komplementärin eingesetzt, um auf diesem Weg eine Haftungsbeschränkung zu erreichen.

Aus Haftungsgründen scheint die GbR & Co KG daher wenig attraktiv. Allerdings bietet sie den Vorteil, dass der Gesellschaftsvertrag der GbR ebenso wie dessen Änderungen, die Veräußerung von GbR-Anteilen etc. im Gegensatz zur GmbH keiner (kostenintensiven) notariellen Beurkundung oder sonstiger Form bedürfen. In Einzelfällen kann die GbR & Co KG daher interessant sein: So kann etwa bei Gründung der Kostenaufwand für die GmbH zunächst vermieden und die GbR später bei Bedarf in eine GmbH umgewandelt werden; aber auch die Aufnahme zusätzlicher Gesellschafter in die Komplementär-GbR gestaltet sich einfacher und günstiger als bei einer GmbH.


Gesellschaftsrecht